Der Einstieg in die Elektromobilität ist für viele Autofahrer mit einer spürbaren Umstellung verbunden. Während der Besuch einer klassischen Tankstelle seit Jahrzehnten einem gelernten Muster folgt, präsentiert sich das Laden eines Elektroautos als neues Ökosystem. Wer in Deutschland öffentlich laden möchte, sieht sich mit verschiedenen Steckertypen, Abrechnungssystemen, rechtlichen Vorgaben und technischen Besonderheiten konfrontiert. Dieser Leitfaden führt systematisch durch die Grundlagen der Ladeinfrastruktur, erklärt die technischen Hintergründe und zeigt praxisnah, wie Sie typische Fehler vermeiden.
- 1. Die passenden Steckertypen finden: AC und DC
- Wechselstrom (AC) – Für das Laden im Alltag
- Gleichstrom (DC) – Für die Langstrecke
- Zusammenfassung: AC vs. DC Laden im direkten Vergleich
- 2. Bezahlen an der Ladesäule: Optionen im Überblick
- Ladekarte oder Lade-App
- Spontanes Laden (Ad-hoc-Laden)
- 3. Der Ladevorgang: In 4 Schritten zum vollen Akku
- Schritt 1: Das Ladekabel verbinden
- Schritt 2: Die Autorisierung starten
- Schritt 3: Der Ladevorgang startet
- Schritt 4: Beenden und Abziehen
- 4. Kostenfalle vermeiden: Die Blockiergebühr
- 5. Sicher laden bei Nacht: So finden Sie die richtige Station
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) für E-Auto Anfänger
1. Die passenden Steckertypen finden: AC und DC
Wer die Motorhaube oder die Ladeklappe eines modernen Elektroautos öffnet, stellt fest, dass die Energieübertragung auf zwei unterschiedliche Arten stattfinden kann. Die physikalische Unterscheidung zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) bestimmt nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern auch den gesamten Ablauf an der Station.
Wechselstrom (AC) – Für das Laden im Alltag
Das AC-Laden (Alternating Current) nutzt den klassischen Wechselstrom, der auch in Haushaltssteckdosen fließt. Da die Batterie eines Elektroautos Strom jedoch nur in Form von Gleichstrom speichern kann, muss der Strom auf dem Weg in die Batteriezellen umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt das im fahrzeugintegrierte Ladegerät, der sogenannte On-Board-Charger.
- Der Steckertyp: In Europa hat sich der Type 2-Stecker (auch Mennekes-Stecker genannt) als gesetzlicher Standard für das AC-Laden etabliert. Dieser Stecker verfügt über sieben Kontakte und kann Strom sowohl einphasig als auch dreiphasig übertragen.
- Die Ladegeschwindigkeit: Die typischen Ladeleistungen an öffentlichen AC-Säulen liegen in Deutschland zwischen 11 kW und 22 kW. Die tatsächliche Geschwindigkeit wird meist durch die maximale Leistungsfähigkeit des fahrzeugeigenen On-Board-Chargers begrenzt. Viele moderne Elektrofahrzeuge können Wechselstrom mit maximal 11 kW aufnehmen, während einige ältere Modelle oder Premiumfahrzeuge optionale Wandler für 22 kW besitzen.
- Typischer Einsatzzweck: Da das Laden mit Wechselstrom materialschonend ist und über mehrere Stunden erfolgt, eignet es sich primär für Phasen, in denen das Fahrzeug ohnehin für längere Zeit ungenutzt steht – etwa über Nacht, während der Arbeitszeit oder beim Wocheneinkauf.
Warum müssen Sie das Kabel selbst mitbringen? An den meisten öffentlichen AC-Ladesäulen in Deutschland befindet sich kein fest installiertes Kabel. Stattdessen weisen die Säulen lediglich eine Type 2-Buchse auf. Der Grund hierfür liegt in der Robustheit und der Kostenstruktur: Fest installierte Kabel wären permanent der Witterung, Vandalismus oder mechanischen Beschädigungen durch Überfahren ausgesetzt. Zudem erlaubt diese Trennung, dass Fahrer mit älteren Importfahrzeugen, die noch den asiatischen Typ-1-Standard nutzen, ein entsprechendes Adapterkabel verwenden können. Das eigene Type 2-Kabel gehört daher dauerhaft in den Kofferraum jedes Elektroautos.
Real-world Scenario: Laden über Nacht
Michael reist für ein Wochenende in den Schwarzwald und übernachtet in einem kleinen Landhotel. Das Hotel bietet zwei AC-Wallboxen auf dem Gästeparkplatz an. Michael stellt seinen Wagen um 20:00 Uhr mit einem Ladestand von 20 % ab. Er holt sein eigenes Type 2-Kabel aus dem Kofferraum, verbindet das Auto mit der Wallbox und startet den Ladevorgang. Während er zu Abend isst und schläft, lädt das Fahrzeug langsam und batterieschonend mit 11 kW. Am nächsten Morgen um 08:00 Uhr ist die Batterie vollständig geladen, ohne dass das lokale Stromnetz oder der Akku übermäßig belastet wurden.
Gleichstrom (DC) – Für die Langstrecke
Beim DC-Laden (Direct Current) wird der Wechselstrom aus dem Stromnetz bereits innerhalb der Ladesäule in Gleichstrom umgewandelt. Das bedeutet, dass der On-Board-Charger des Autos umgangen wird. Der Strom fließt direkt und ohne Umwege in die Traktionsbatterie des Fahrzeugs.
- Der Steckertyp: Der Standard für schnelles Laden in Europa ist das CCS2-System (Combined Charging System). Der CCS2-Stecker basiert auf dem Design des Type 2-Steckers, verfügt jedoch im unteren Bereich über zwei zusätzliche, dicke Kontakte für die Übertragung von hohen Gleichstromstärken.
- Die Ladegeschwindigkeit: Die Leistung an DC-Stationen beginnt in der Regel bei 50 kW und reicht an sogenannten High-Power-Chargern (HPC) an Autobahnen bis zu 350 kW oder mehr.
- Typischer Einsatzzweck: Diese Methode ist ausschließlich für die schnelle Zwischenladung auf Langstrecken konzipiert. Der Akku wird hierbei in der Regel innerhalb von 20 bis 40 Minuten von 10 % auf 80 % geladen.
Warum sind DC-Kabel immer fest an der Säule installiert? Bei Ladeleistungen von bis zu 350 kW fließen extrem hohe Ströme, die eine immense Wärmeentwicklung im Kabel verursachen. Um ein Schmelzen der Isolierung und Gefahren für den Nutzer auszuschließen, müssen diese Kabel im Inneren aktiv flüssigkeitsgekühlt werden (meist mit einem Wasser-Glykol-Gemisch). Ein solches Kabel ist aufgrund der Kühlschläuche, der Flüssigkeit und der massiven Isolierung extrem schwer und unhandlich. Ein Transport im privaten Pkw-Kofferraum ist technisch und logistisch nicht machbar. Zudem schreibt der Gesetzgeber aus Sicherheitsgründen vor, dass diese Hochleistungssysteme fest mit der Infrastruktur der Ladesäule verbunden sein müssen.
Real-world Scenario: Laden auf der Autobahn
Sarah ist geschäftlich auf der Autobahn A9 von München nach Berlin unterwegs. Nach 250 Kilometern signalisiert ihr Fahrzeug einen Ladestand von 12 %. Sie steuert einen Autobahnrastplatz mit HPC-Schnellladern an. Dort entnimmt sie das schwere, flüssigkeitsgekühlte CCS2-Kabel direkt aus der Halterung der Säule und schließt es an ihr Fahrzeug an. Da die Säule die Umwandlung des Stroms übernimmt und die Kühlung aktiv regelt, lädt ihr Fahrzeug mit bis zu 150 kW. Nach einer 25-minütigen Kaffeepause ist der Akku wieder zu 80 % gefüllt, und sie kann ihre Fahrt ohne nennenswerte Verzögerung fortsetzen.
Zusammenfassung: AC vs. DC Laden im direkten Vergleich
| Merkmal | Wechselstrom (AC) | Gleichstrom (DC) |
|---|---|---|
| Steckertyp | Type 2 (Mennekes) | CCS2 |
| Ladeleistung | 11 kW bis 22 kW | 50 kW bis 350+ kW (HPC) |
| Ladedauer (80%) | Mehrere Stunden | 20 bis 40 Minuten |
| Ladekabel | Eigenes Kabel erforderlich | Fest an der Ladesäule integriert |
| Typischer Einsatz | Zuhause, Arbeit, Stadt, Hotel | Autobahn, Langstrecke, Schnellladeparks |
2. Bezahlen an der Ladesäule: Optionen im Überblick
Die deutsche Ladeinfrastruktur hat sich historisch sehr dezentral entwickelt. Dies führte zu einer Fragmentierung der Bezahlsysteme. Klassische Barzahlung ist an öffentlichen Säulen nicht vorgesehen, da Münzprüfer oder Geldscheinleser wartungsintensiv, anfällig für Vandalismus und schwer gegen Diebstahl zu sichern sind. Stattdessen dominieren digitale Bezahlsysteme.
Ladekarte oder Lade-App
Der Abschluss eines Vertrags mit einem Elektromobilitätsanbieter (auch MSP für Mobility Service Provider genannt) ist nach wie vor der Standardweg, um in Deutschland Strom zu beziehen. Bekannte Anbieter sind unter anderem EnBW mobility+, die Tarife des ADAC, Ionity oder regionale Stadtwerke.
- Funktionsweise: Nach der Registrierung erhalten Sie eine physische RFID-Karte (Radio-Frequency Identification) oder nutzen die App des Anbieters auf dem Smartphone. An der Ladesäule identifizieren Sie sich, indem Sie die RFID-Karte vor das entsprechende Lesefeld halten oder den Ladevorgang in der App per Knopfdruck freischalten.
- Tarifstruktur: Durch Roaming-Abkommen können Sie mit einer einzigen Karte meist zehntausende Ladepunkte unterschiedlicher Betreiber (CPO für Charge Point Operator) nutzen. Die Preise hängen von Ihrem gewählten Tarifmodell ab. Oft zahlen Vertragskunden niedrigere Preise pro Kilowattstunde als Gelegenheitslader.
Real-world Scenario: Einfache Autorisierung
Thomas besitzt eine RFID-Karte von EnBW. Als er an einer Ladesäule der Stadtwerke in einer fremden Stadt parkt, muss er sich nicht erst mühsam beim dortigen Betreiber registrieren. Er hält einfach seine EnBW-Karte an das Lesegerät. Die Säule erkennt die Roaming-ID, gibt den Strom frei und Thomas erhält am Monatsende eine übersichtliche Gesamtabrechnung über seinen EnBW-Vertrag zu den ihm bekannten Konditionen.
Spontanes Laden (Ad-hoc-Laden)
Wer sich nicht an einen festen Anbieter binden möchte oder nur selten öffentlich lädt, nutzt das sogenannte Ad-hoc-Laden (in Deutschland rechtlich auch als „Punktuelles Laden“ bezeichnet).
- Die Ladesäulenverordnung (LSV): Um den Verbraucherschutz zu stärken, schreibt der deutsche Gesetzgeber vor, dass alle neu errichteten öffentlichen Ladesäulen einfache Direktzahlungsmöglichkeiten anbieten müssen. Seit Mitte 2024 müssen neue Schnellladesäulen zudem zwingend mit einem Terminal für die berührungslose Zahlung mit gängigen Kreditkarten (Kreditkarte) und Debitkarten (Girocard) ausgestattet sein.
- Zahlung via QR-Code: An älteren Bestandssäulen ohne physisches Kartenterminal befindet sich meist ein QR-Code. Scannt man diesen mit dem Smartphone, wird man auf eine gesicherte Website weitergeleitet. Dort gibt man seine Kreditkartendaten oder PayPal-Informationen ein, um die Säule freizuschalten.
Die Nachteile des Ad-hoc-Ladens: Obwohl das Ad-hoc-Laden maximale Flexibilität verspricht, hat es in der Praxis zwei wesentliche Nachteile. Zum einen sind die Tarife pro Kilowattstunde beim spontanen Laden fast immer deutlich teurer als bei der Nutzung einer Vertragskarte. Zum anderen bergen QR-Codes das Risiko des sogenannten „Quishings“: Betrüger überkleben vereinzelt die echten QR-Codes an Ladesäulen mit eigenen Aufklebern, um Kreditkartendaten abzufangen oder gefälschte Zahlungsseiten anzuzeigen.
Real-world Scenario: Notfall-Ladung
Julia unternimmt einen spontanen Ausflug und stellt fest, dass ihr Smartphone-Akku leer ist und sie ihre reguläre RFID-Karte zu Hause vergessen hat. Sie steuert eine kommunale AC-Säule an, die über kein Kartenterminal verfügt. Sie scannt den QR-Code mit dem Tablet, gibt ihre Kreditkartendaten auf der mobilen Website des Betreibers ein und startet das Ad-hoc-Laden. Der Ladevorgang funktioniert einwandfrei, allerdings zahlt sie für diesen spontanen Vorgang 0,79 € pro kWh, während sie mit ihrem regulären Vertragstarif nur 0,51 € pro kWh gezahlt hätte.
3. Der Ladevorgang: In 4 Schritten zum vollen Akku
Um technische Störungen oder Fehlfunktionen bei der Abrechnung zu vermeiden, sollte beim Laden eine feste Reihenfolge eingehalten werden. Moderne Ladesäulen kommunizieren intensiv mit dem Steuergerät des Autos, bevor überhaupt Strom fließt.
Schritt 1: Das Ladekabel verbinden
Stellen Sie den Motor aus und bringen Sie das Fahrzeug in die Parkposition (P). Öffnen Sie die Ladeklappe des Autos.
- Wenn Sie an einer AC-Säule laden, stecken Sie zuerst Ihr eigenes Type 2-Kabel fest in das Fahrzeug und anschließend in die Buchse der Ladesäule.
- Wenn Sie an einer DC-Säule laden, entnehmen Sie das schwere CCS2-Kabel aus der Halterung und drücken Sie den Stecker mit festem Druck in den Ladeanschluss des Autos, bis er spürbar einrastet.
Schritt 2: Die Autorisierung starten
Die Ladesäule befindet sich nun im Bereitschaftsmodus. Halten Sie Ihre RFID-Karte flach vor den markierten Scanner an der Säule oder wählen Sie in Ihrer Lade-App den entsprechenden Ladepunkt aus (jede Säule verfügt über eine eindeutige ID-Nummer, die gut sichtbar aufgedruckt ist). Die Ladesäule sendet nun eine Anfrage an den Server des Anbieters, um die Gültigkeit des Zahlungsmittels zu prüfen.
Schritt 3: Der Ladevorgang startet
Nach erfolgreicher Autorisierung erfolgt der digitale „Handshake“ zwischen Ladesäule und Fahrzeug. Das Auto verriegelt den Stecker im Ladeanschluss elektromechanisch, damit das Kabel unter Last nicht abgezogen werden kann. Erst wenn diese Verriegelung erfolgreich war, schalten die Relais in der Ladesäule den Strom frei. Achten Sie auf die LED-Anzeige an Ihrem Fahrzeug oder der Säule: Ein Blinken oder konstantes Leuchten in Blau oder Grün signalisiert den aktiven Stromfluss. Ein rotes Licht deutet auf einen Kommunikationsfehler oder eine fehlerhafte Verriegelung hin.
Schritt 4: Beenden und Abziehen
Wenn der gewünschte Ladestand erreicht ist, müssen Sie den Vorgang kontrolliert beenden. Dies kann über das Infotainment-System des Fahrzeugs, per App oder durch erneutes Vorhalten derselben RFID-Karte an der Ladesäule geschehen. Der Stromfluss wird daraufhin gestoppt und das Fahrzeug gibt die mechanische Verriegelung des Steckers frei. Erst jetzt lässt sich das Kabel ohne Kraftaufwand abziehen.
Real-world Scenario: Erfolgreicher Ladezyklus
David parkt seinen VW ID.3 an einer städtischen Ladesäule. Er steckt sein Type 2-Kabel ein. Nach dem Vorhalten seiner Karte hört er ein leises Surren am Tankdeckel – die mechanische Verriegelung greift. Die LED am Ladeanschluss blinkt grün und im Display des Autos wird die Ladeleistung angezeigt. Nach zwei Stunden beendet er den Vorgang über den Funkschlüssel seines Autos. Die LED erlischt, das Auto entriegelt das Kabel und er kann es sicher abziehen und im Kofferraum verstauen.
4. Kostenfalle vermeiden: Die Blockiergebühr
Das Ladenetz in Deutschland leidet unter einer hohen Auslastung. Um zu verhindern, dass bereits vollständig geladene Fahrzeuge die Infrastruktur blockieren und als reine Dauerparkplätze missbraucht werden, haben fast alle großen Mobilitätsanbieter eine sogenannte Blockiergebühr (oft auch als Standzeitgebühr bezeichnet) eingeführt.
- Die Regelung im AC-Bereich (Wechselstrom): Da AC-Ladevorgänge naturgemäß länger dauern, gewähren die meisten Anbieter eine zeitliche Toleranz. In der Regel greift die Blockiergebühr nach einer ununterbrochenen Parkzeit von 4 Stunden (240 Minuten). Ab der 241. Minute wird jede weitere Minute im Centbereich abgerechnet.
- Die Regelung im DC-Bereich (Gleichstrom): An Schnellladestationen ist Eile geboten. Hier soll die Säule nach dem Ladevorgang sofort für den nächsten Reisenden freigemacht werden. Daher greift die Blockiergebühr an DC-Säulen oft bereits nach 45 Minuten.
- Die Kostenstruktur: Die Gebühr beträgt typischerweise zwischen 10 und 20 Cent pro Minute. Um extreme Kosten zu verhindern, ist die Gebühr pro Ladevorgang meist auf einen Höchstbetrag (z. B. 12,00 € oder 15,00 €) gedeckelt. Dennoch kann ein einziger vergessener Ladevorgang die Kosten für den Strombezug sprunghaft verdoppeln.
Real-world Scenario: Das teure Parken
Anna stellt ihren Hyundai Kona um 10:00 Uhr an einer EnBW AC-Säule in der Innenstadt ab, um ins Kino zu gehen und danach Mittag zu essen. Die Ladezeit ihres Autos beträgt 1,5 Stunden – das Auto ist um 11:30 Uhr voll. Anna kehrt jedoch erst um 15:00 Uhr zum Fahrzeug zurück. Die Gesamtstandzeit beträgt 5 Stunden (300 Minuten). Da die freie Standzeitgrenze von 4 Stunden (240 Minuten) um 60 Minuten überschritten wurde, berechnet der Anbieter ihr eine Blockiergebühr von 0,10 € pro Minute für die überzogene Stunde. Auf ihrer Abrechnung findet sie somit zusätzlich zum geladenen Strom eine Strafgebühr von 6,00 €, obwohl das Fahrzeug längst voll war.
5. Sicher laden bei Nacht: So finden Sie die richtige Station
Während das Laden an sonnigen Tagen auf belebten Supermarktparkplätzen oder an hochfrequentierten Autobahnstationen problemlos verläuft, stellt die Situation bei Nacht e-Mobilisten vor neue Herausforderungen. Viele kommunale Ladesäulen oder ältere Ladepunkte in Gewerbegebieten befinden sich in schlecht beleuchteten, abgelegenen Ecken oder in verwinkelten Parkhäusern ohne Mobilfunkempfang.
Gerade für Alleinreisende oder in den tiefen Nachtstunden kann der Ladevorgang an solchen Standorten zu einem erheblichen Unsicherheitsfaktor werden. Man sollte bei der Routenplanung im Dunkeln daher nicht ausschließlich auf die günstigste oder die geografisch am nächsten gelegene Ladesäule achten, sondern gezielt Stationen wählen, die über eine hohe soziale Kontrolle, gute Ausleuchtung und optionale Notrufeinrichtungen verfügen. Moderne Autohöfe, Ladehubs großer Anbieter mit Überdachung und Ladesäulen im direkten Umfeld von 24-Stunden-Tankstellen bieten hier ein deutlich höheres Maß an subjektiver und objektiver Sicherheit.
Prüfen Sie vor der nächtlichen Anfahrt stets den Sicherheits-Score Ihrer Ziel-Ladestation, um böse Überraschungen oder unübersichtliche Situationen im Dunkeln zu vermeiden. Nutzen Sie hierfür die detaillierte Sicherheitsbewertung und Standortanalyse unter detaillierte Evlade Score Sicherheitsbewertung, um gezielt verifizierte und sichere Ladeplätze anzusteuern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) für E-Auto Anfänger
Ja, das Laden an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose (Schuko-Steckdose) ist grundsätzlich möglich. Hierfür benötigen Sie ein spezielles Notladekabel (oft auch als „Ladeziegel“ oder Mode-2-Kabel bezeichnet), das beim Kauf des Fahrzeugs meist im Lieferumfang enthalten ist.
Dieses Verfahren birgt jedoch Risiken: Eine normale Haushaltssteckdose ist physikalisch nicht für eine dauerhafte, stundenlange Hochlast ausgelegt. Über viele Stunden hinweg fließen Ströme von 10 bis 13 Ampere, was zu einer extremen Erwärmung der Steckdose, der Zuleitung und des Sicherungskastens führen kann. Im schlimmsten Fall droht ein Kabelbrand. Zudem dauert das Laden aufgrund der geringen Leistung (ca. 2,3 kW) extrem lange. Nutzen Sie die Haushaltssteckdose daher nur im Notfall und reduzieren Sie im Lademenü Ihres Fahrzeugs manuell die Stromstärke auf einen niedrigen Wert (z. B. 8 Ampere), um die Leitungen zu entlasten. Für das regelmäßige Laden zu Hause wird dringend die Installation einer fachgerecht abgesicherten Wallbox empfohlen.
Das Laden eines Elektroautos ist bei Regen, Schneefall oder Gewitter absolut sicher. Sämtliche Komponenten – vom Ladeanschluss des Fahrzeugs über den Stecker bis hin zur Ladesäule – sind nach hohen Schutzklassen (mindestens IP54 oder IP67) gegen Staub, Spritzwasser und Starkregen geschützt.
Zudem fließt beim einfachen Einstecken des Kabels noch kein Strom. Die Kontakte in den Steckern sind mechanisch so tief eingelassen, dass man sie nicht versehentlich berühren kann. Erst wenn das Kabel eingesteckt ist, die Ladesäule den Stecker mechanisch verriegelt hat und die digitale Kommunikation zwischen Auto und Säule eine hundertprozentige Isolierung bestätigt, werden die elektrischen Schütze geschlossen und der Stromkreis freigegeben. Sollte während des Ladevorgangs Wasser in kritische Bereiche eindringen, bricht das System die Verbindung in Millisekunden ab, bevor eine Gefahr für den Menschen entstehen kann.
Da die Tarife im deutschen „Tarifdschungel“ stark variieren und sich ständig ändern, ist ein manueller Vergleich mühsam. Der Preis pro Kilowattstunde hängt stark davon ab, ob Sie an einer AC- oder DC-Säule laden, ob Sie eine monatliche Grundgebühr zahlen und ob Sie sich im Partnernetzwerk des jeweiligen Betreibers befinden.
Zur schnellen Orientierung haben sich spezielle Vergleichs-Apps und Plattformen im Internet etabliert (bekannte Beispiele sind die Apps „Ladefuchs“ oder „Chargeprice“). In diesen Anwendungen geben Sie einfach die Ladesäule ein, an der Sie gerade stehen, und die App zeigt Ihnen in Echtzeit an, mit welcher Ladekarte oder App Sie an genau diesem Ladepunkt den günstigsten Tarif erhalten. Für Einsteiger empfiehlt es sich, mindestens zwei kostenlose Ladekarten ohne Grundgebühr im Handschuhfach mitzuführen, um flexibel auf unterschiedliche Betreibernetze reagieren zu können.
Wenn sich der Ladevorgang beendet hat, das Auto den Stecker aber trotz Entriegelung nicht freigibt, liegt meist ein mechanischer Klemmer des Verriegelungsbolzens vor. Gehen Sie in diesem Fall strukturiert vor:
- Auto erneut entriegeln: Drücken Sie auf der Funkfernbedienung Ihres Fahrzeugschlüssels mehrmals hintereinander die „Öffnen“-Taste. Viele Fahrzeuge entriegeln den Ladeanschluss bei jedem Entriegeln des Autos für wenige Sekunden.
- Kabel entlasten: Drücken Sie das Ladekabel fest in den Ladeanschluss hinein, während Sie die Entriegelungstaste am Schlüssel drücken. Manchmal blockiert der Bolzen, weil Zugspannung auf dem schweren Kabel liegt.
- Manuelle Notentriegelung nutzen: Nahezu jedes Elektrofahrzeug verfügt über eine mechanische Notentriegelung für den Ladestecker. Diese befindet sich meist im Motorraum oder hinter der Kofferraumverkleidung auf der Höhe des Ladeanschlusses. Es handelt sich oft um eine kleine Schlaufe, einen Hebel oder einen Seilzug, an dem Sie vorsichtig ziehen müssen, um den Verriegelungsbolzen manuell zurückzuziehen (Details finden Sie im Bordbuch Ihres Fahrzeugs).
- Hotline kontaktieren: Liegt der Fehler auf der Seite der Ladesäule (z. B. bei einem festen AC-Kabel), rufen Sie die Störungs-Hotline des Betreibers an. Die Telefonnummer ist gut sichtbar auf jeder Ladesäule angebracht. Die Mitarbeiter im Support-Center können die Verriegelung in den meisten Fällen per Fernzugriff über das Mobilfunknetz lösen.









